Sorge um freien Handel in der Krise
Angesichts der Wirtschaftskrise befürchten die Teilnehmer des Weltwirtschaftsforums in Davos eine Welle des Protektionismus. Viele Staaten tendieren derzeit dazu, die heimische Industrie zu fördern.
Die Sorge um die Zukunft des freien Handels in der globalen Finanzkrise hat das Weltwirtschaftsforum in Davos beherrscht. Der britische Premierminister Gordon Brown, WTO-Generaldirektor Pascal Lamy, der japanische Regierungschef Taro Aso und fast die gesamte Politprominenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel bis zur französischen Finanzministerin Christine Lagarde plädierten für den freien Welthandel.
Hoffnungen auf eine Belebung der Doha-Runde der Welthandelsorganisation (WTO) für die Aufhebung von Handelsschranken erfüllten sich aber nicht. Den Appellen für den freien Welthandel zum Trotz war Protektionismus das eigentliche Thema der Davoser Gespräche. Alle warnten davor - und doch wurde während des Weltwirtschaftsforums im Washingtoner Repräsentantenhaus der Entwurf für ein 800 Milliarden Dollar schweren US-Konjunkturprogramms gebilligt, der ausdrücklich auf die Förderung amerikanischer Unternehmen und Produkte setzt - bis hin zu Vorteilen etwa für die US-Stahlproduzenten.
Brown betonte, die Krise gebe keinen Anlass, vom Freihandel abzukehren. Internationale Zusammenarbeit sei der einzige Weg nach vorn. Zugleich betonte er die Notwendigkeit neuer Mechanismen, um derartige Krisen in der Zukunft verhindern zu können. Ähnlich hatte sich bereits am Freitag Merkel geäußert.
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